In der Heimat der Phäaken
Von Korfu Blogger | 3.Dezember 2008
Unterwegs zwischen Korfus Luxus-Resorts und dem höchsten Inselgipfel…
Als der sagenhafte Held Odysseus am Ende seiner 10-jährigen Irrfahrt wieder Griechenland erreichte, wurde er auf Korfu an den Strand gespült. Hier nahm ihn der König eines Volkes, das sich Phäaken nannte, gastfreundlich auf. Odysseus erzählt ihm seine ganze lange Geschichte, die wir heute noch bei Homer nachlesen können. Dann rüstete ihm jener König Alkinoos ein Schiff aus, das ihn zurück in seine Heimat Ithaka brachte. Der Name der Phäaken lebt heute noch in einer Landgemeinde Korfus, Phaeakon, nach. Sie besteht aus einigen der grünsten Küstenorte der Insel und reicht hinauf bis unter den Pantokrator, Korfus mit 911 m höchsten Berg.
Drei Orte der Gemeinde haben sich zum Luxus-Resort der Insel entwickelt: Dasia, Dafnila und Kommeno. Sie sind in fast allen deutschen Veranstalterkatalogen zu finden; hier stehen die renommierten Spitzenhäuser der Grecotel- und Chandris-Kette. Kommeno und Dafnila liegen an und auf einer dicht von Olivenbäumen und Zypressen bestandenen, hügeligen Halbinsel, Dasia an einem langen Sand-Kiesstrand gleich nördlich davon. Die meisten Beach Hotels sind hier auch wirklich welche, werden durch keine noch so kleine Straße vom Strand getrennt. Die Orte liegen zudem an einer sehr geschützten Bucht, die auch Anfängern alle Arten von Wassersport vom Wasserski bis zum Windsurfen und Paragliding ermöglicht. Eine gute Tauchschule gibt es zudem im ebenfalls zur Gemeinde gehörenden Ipsos.
Die Gemeinde Phaeakon ist aber nicht nur ein Luxus-Resort. In Ipsos und Dasia sind auch schattige Campingplätze am Meer zu finden; ein niederländischer Reiseveranstalter hat sogar einfache Cabanas auf dem Platz von Dasia in sein Programm aufgenommen. Das phäakische Hinterland lädt zu zahlreichen weiteren Aktivitäten ein. Beim großen Binnendorf Ano Korakiana, das seinen traditionellen venezianischen Charakter noch fast unverändert erhalten hat, liegt der beste Reitstall der Insel. Von hier aus führt eine Korkenzieher-ähnliche Straße in zahllosen engen Serpentinen mit prächtigem Panorama-Blick hinauf ins stille Bergdorf Sokraki, wo urige Cafés ein einzigartiges Getränk servieren: eine Ginger Beer (tzizimbirra) genannte Limonade, die es in Griechenland nur noch hier im Norden Korfus gibt.
Auch Korfus höchstgelegenes Bergdorf, Strinilas, gehört zur Gemeinde Phaeakon. Seine nur noch 45 Bewohner leben auf 630 m Höhe über dem Meeresspiegel. Drei Tavernen bieten unter einer Jahrhundete alten Ulme gutes Essen an; einer der Wirte ist zugleich auch Olivenholzschnitzer und betreibt am Dorfplatz einen kleinen Laden. Wer hier vorbeikommt. Ist fast immer auf dem Weg hinauf auf den 911 m hohen Pantokratoras, Korfus höchsten Berg. Vom kleinen Kloster mit vollständig ausgemalter Kirche dort oben hat man einen großartigen Blick über die gesamte Insel bis hinüber zum griechischen und albanischen Festland sowie hinüber nach Othoni, Griechenlands nordwestlichstes Eiland.
Alle Attraktionen der Gemeinde kann man nicht nur zu Fuß, mit dem Auto oder Motorrad erkunden, sondern auch mit dem Mountainbike. In Dasia ist nämlich Korfus älteste und bestorganisierte Mountainbike-Station zu Hause. Wer nicht auf eigene Faust losradeln will, kann sich hier täglich unterschiedlichen geführten Touren anschließen.
Autor: Klaus Bötig
Beitrag aus: Klaus Bötig's Korfu |
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