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Acharavi – Harry’s Bar und seine Burger

Von Korfu Blogger | 27.November 2008

Auch in touristischen Orten wie Acharavi im Norden von Korfu kann man noch angenehme Überraschungen erleben. Ich komme spät nachmittags an, suche ein Quartier für eine Nacht. Ein Leserbrief in Bezug auf meinen Marco Polo Reiseführer „Korfu“ hat mir empfohlen, Harry’s Bar anzuschauen. Ich finde sie an der alten Dorfstraße und stelle fest: Harry vermietet auch Studios und Apartments.

Die Bar ist offen, keiner ist drin. Nicht einmal Harry. Ich rufe „Kannenas edo – keiner hier?“. Der 82-jährige Vater Philippos schaut im ersten Stock vom Balkon, spricht Deutsch mit mir. Er hat sich seine Rente in Wetzlar verdient. Er schickt jemanden los, Harry zu holen. Nach zehn Minuten kommt der, bietet mir erst einmal einen Ouzo an. Entschuldigt sich, er habe erst morgen mit den ersten Gästen gerechnet. Kein Studio sei sauber, da man zu Saisonbeginn immer erst mit der Reinigung beginne, wenn ein Gast fürs Studio da sei. Aber jetzt sei ich ja da und man werde ein Studio reinigen. Eine Frau kommt mit Eimer und Besen, Harry legt im schnellsten Griechisch, das ich je gehört habe, los, mir aus seinem Leben zu erzählen. Als er im Jahr 1981, dem Jahr der Gründung seiner Bar, angekommen ist, ist mein Zimmer fertig. 30 Euro will Harry dafür haben, entschuldigt sich tausendmal dafür, aber ich bliebe ja nur eine Nacht… Und weil es so schnell hatte gehen müssen, habe er auch nicht an seiner Gewohnheit festhalten können, Gästen unabhängig von ihrer Zahl immer das größte freistehende Apartment zu geben… Mein Studio ist völlig okay für eine Nacht. Schlafzimmer, Küche, Bad, Terrasse – was will ich mehr für 30 Euro.

Mir gefällt es so gut, dass ich am nächsten Morgen beschließe, noch eine Nacht länger zu bleiben. Ich lege Harry einen Zettel mit dieser Mitteilung hin, begebe mich auf meine Recherchen-Tour. Am späten Nachmittag kehre ich zurück, will wieder im Voraus zahlen. Für die zweite Nacht will Harry nur noch 15 Euro. Schließlich habe er nicht sauber machen müssen, da sei dieser Betrag völlig genug. Ein Bier und einen Ouzo gibt er mir auch noch aus – wohlbemerkt: ohne zu wissen, dass ich über ihn schreiben würde.

Autor: Klaus Bötig

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